Rezessionssichere Dividenden-Aristokraten für dein Depot

Rezessionssicheren Aktien können einer hohen Inflation und steigenden Zinsen am besten standhalten. Die besten Dividendentitel für eine Rezession verfügen über eine Preissetzungsmacht mit der sie steigende Kosten weitergeben können. Sie weisen eine niedrige Verschuldung auf, die vor höheren Zinsbelastungen schützt, sie bieten Produkte an, die für die Allgemeinheit sehr wichtig sind und sie generieren einen stetigen Cashflow.

Heute wollen wir genau solche Aktien aus unterschiedlichen Sektoren aufzeigen. Zudem sollen folgende Kriterien erfüllt sein:

- Dividendenaristokrat: mindestens 25 Jahre Dividendenerhöhung
- Burggraben mit Preissetzungsmacht und langfristigem Bestehen
- Outperformance des breiten Marktes in der Rezession 2007-2009
- Nettoverschuldung/EBIDTA <3
- Dividendenausschüttungsquote <50 Prozent

Johnson & Johnson

Sektor: Gesundheitswesen
Dividendenrendite: 2,6 Prozent
Ununterbrochene Dividendenzahlung: 106 Jahre

Johnson & Johnson wurde 1886 als Hersteller von sterilen chirurgischen Materialien gegründet und ist heute einer der weltweit größten Pharmakonzerne sowie Produzent und Vertreiber von medizinischen Geräten.

Pharmazeutische Produkte sind auch in einer Rezession gefragt. Menschen, die an Rheuma, Infektionskrankheiten, Krebs, Diabetes und anderen Leiden leiden, müssen auch in Rezessionen behandelt werden, was zu einer stabilen Nachfrage nach den Markenarzneimitteln von J&J führt. J&J ist zudem breit aufgestellt und nicht auf einen Patentschutz einzelner Medikamente angewiesen, welche in Boom-and-Bust-Zyklen operieren (siehe z.B. Abbvie). Dies verringert die Volatilität der Erträge des Unternehmens.

Die Nachfrage nach medizinischen Geräten reagiert empfindlicher auf Rezessionen, da teilweise Operationen aufgeschoben werden können, aber eine gesunde Basis der Nachfrage für viele Arten von Verfahren bleibt dennoch aufrecht. Diese robusten Cashflow-Quellen und der konservative Umgang mit den finanziellen Mitteln bringen J&J ein AAA-Kreditrating. Das Net-Debt/EBITDA liegt bei gerade einmal 0,11 und die Zinslast kann mit dem EBIDTA mehrfach problemlos gedeckt werden. Aus diesen Gründen ist J&J in der Lage, seit 1963 jedes Jahr die Dividende bei einer aktuellen Ausschüttungsquote von rund 45 Prozent zu erhöhen. Johnson & Johnson dürfte ungeachtet von Rezessionen und Bärenmärkten noch jahrzehntelang relevant bleiben.

General Mills

Sektor: Basiskonsum
Dividendenrendite: 2,6 Prozent
Ununterbrochene Dividendenzahlung: 124 Jahre

General Mills ist in Deutschland weniger bekannt, doch das Unternehmen besteht seit 1866. Erst seit rund 20 Jahren konzentriert man sich ganz auf die Herstellung von Lebensmitteln. Heute vertreibt General Mills eine breite Palette von verpackten Markengerichten, Cerealien, Snacks, Backwaren, Tiernahrung und mehr. In den USA erreicht General Mills mit ihren Produkten über 95% der Haushalte. Die Konsumenten erwarten, dass die Produkte von General Mills in allen Supermärkten verfügbar sind. Das führt dazu, dass General Mills eine besondere Preismacht hat, um die Inflation abzufedern und Kosten an Abnehmer weiterzureichen.

Auch in Rezessionen bleibt die Nachfrage stabil, da die Menschen zu sparen versuchen, indem sie vermehrt zu Hause kochen und unterwegs lieber einen Snack von Genral Mills konsumieren als in ein Restaurant zu gehen. General Mills investiert im Vergleich zum Wettbewerb noch deutlich, weshalb das Net-Debt/EBITDA bei 2,8 liegt. Jedoch nimmt dieses sukzessive ab und die Dividendenausschüttung liegt bei nur 50 Prozent. Da die Dividende seit 124 Jahren ununterbrochen bezahlt wurde, wird hier auch in Zukunft eine stabile Dividendenausschüttung zu erwarten sein.

Genuine Parts

Sektor: zyklischer Konsum
Dividendenrendite: 2,1 Prozent
Ununterbrochene Dividendenzahlung: 57 Jahre

Genuine Parts wurde 1928 gegründet und besitzt das weltweit größte Netz für Kfz-Ersatzteile. Auf den ersten Blick hört sich das nach einem zyklischen Geschäft mit wenig Preissetzungsmacht an, doch Genuine Parts ist Platzhirsch.

Im Automobilbereich, der den Großteil des Umsatzes des Unternehmens ausmacht, vertreibt Genuine Parts seine Produkte über ein Netz von Vertriebszentren und Einzelhandelsgeschäften. Die hohen Gebrauchtwagenpreise und die immer noch eingeschränkte Verfügbarkeit von gewissen Neuwagen unterstützt die Nachfrage nach Ersatzteilen für bestehende Fahrzeuge.

Autoersatzteile sind zudem nicht besonders preiselastisch. Die Kunden legen mehr Wert auf Qualität als auf den absolut niedrigsten Preis. Diese Zahlungsbereitschaft der Kunden kann Genuine Parts hervorragend nutzen, um die gestiegenen Kosten direkt weiterzureichen und die Gewinnspanne stabil zu halten. Genuine Parts ist zudem in einer Branche tätig, die sich nur langsam verändert. Sie halten aufgrund ihres Vertriebsnetzwerks, der raschen Lieferfähigkeit, der breiten Produktauswahl, dem Bekanntheitsgrad und der Marke eine führende Marktposition. Die bestehende Wettbewerbsposition in Kombination mit einer Ausschüttungsquote von 43 Prozent und einem Netto-Verschuldungsgrad/EBIDTA von 1,4 ist das Unternehmen für weitere Dividendenerhöhungen auch in einer Rezession sehr gut positioniert.


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